SPD Stuttgart-Zuffenhausen

 

Veröffentlicht in Anträge
am 01.01.1990 von SPD in der Region Stuttgart

Entwurf für einen Leitantrag für den Regionalparteitag (12.10.98)

Verkehr

Ausgangslage

Der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) in der Region Stuttgart ist mit Ausnahme der Linien im Kreis Göppingen seit Oktober 1993 tariflich voll und verkehrlich weitgehend integriert. Auf allen Linien – mit Ausnahme des Fernverkehrs DB – gilt ein Tarif, ein Fahrplan und ein Fahrschein (Vollintegration). Die Fahrgastinformation an Haltestellen ist einheitlich. Die Takte der verschiedenen Verkehrsmittel sind im Kernbereich der Region gut und weitgehend aufeinander abgestimmt. Das P+R- und das B+R-Angebot ist auf gutem Niveau.

In Stuttgart ist der Anteil der Wege, die mit Bus und Bahn zurückgelegt werden (modal split) mit einem deutschen Spitzenwert von 25 % relativ hoch. In den großen Kreisstädten liegt der ÖPNV-Anteil bei 17 %, weniger gut sind die ÖV-Anteile in den ländlichen Gebieten mit ca. 12 %.

Der VVS ist in diesem Jahr 20 Jahre alt. Alle Verkehrsunternehmer und alle Aufgabenträger – und damit auch alle politisch Verantwortlichen sitzen im Aufsichtsrat und der Gesellschafterversammlung des VVS. Der VVS ist im deutschen Kundenbarometer mit als bester Verbund bewertet worden. Der Verband Region Stuttgart (VRS) ist Aufgabenträger für die S-Bahn und hat das Defizit der Vollintegration abzudecken.

Die Unternehmen strengen sich in puncto Kundenorientierung und Verbesserung der Qualität deutlich an. Auf Vorschlag des VRS sind Sondermarketing-Aktionen vorgesehen, da der VVS in den letzten Jahren Kunden, vor allem in der Schülerbeförderung (wegen der Kürzung der Landeszuschüsse), verliert.

Trotz des kontinuierlichen Ausbaus des ÖPNV-Angebotes in den vergangenen 20 Jahren kommt es in Sondersituationen, vielfach auch im Alltag (Berufsverkehr) zu großen Verkehrsstauungen in Stuttgart und auf den Hauptverkehrsachsen in der Region. Schon kleine Störungen haben verheerende verkehrliche Auswirkungen. Auch die vielen Straßenbaumaßnahmen in der Region haben an dieser Situation nichts geändert.

Dazuhin erfordert die Funktion und die Bewohnbarkeit unserer Städte als dicht besiedelter Lebensmittelpunkt von Menschen eine nachhaltige Reduzierung des Motorisierten Individualverkehrs im Verhältnis zum ÖV.

Maßnahmen und Ziele für die Zeit bis zum Jahr 2010

Nach allen Prognosen nimmt der Verkehr (Personen und Güter) weiter deutlich zu. Um die Mobilität im Jahre 2010 zu gewährleisten, sind größte Anstrengungen nötig, vorrangig ist die Verwirklichung von Stuttgart 21 mit einer schnellen, leistungsfähigen Schienenverbindung auf die Fildern, gerade für den Nah- und Regionalverkehr. Die Gäubahntrasse ist zu erhalten, denn Tangentialverkehre hier und im Umland erschließen zusätzlich große Potentiale.

Unser Ziel ist es, den Anteil des ÖV am Gesamtverkehr in den verdichteten Räumen von 25% auf 33%
und in den ländlichen Regionen von 12% auf 18% zu erhöhen.

Dieses Ziel ist nur mit Stuttgart 21 und vielen anderen Maßnahmen beim öffentlichen sowie beim Individualverkehr zu erreichen.

Der Verkehrszuwachs muß weitgehend auf den ÖV gelenkt werden.

Die Arbeitsteilung zwischen Bussen und Bahnen einerseits und Autoverkehr andererseits muß optimaler nach den jeweiligen Stärken der Verkehrsmittel gestaltet werden. Die knappen Investitionsmittel müssen für eine nachhaltige Verbesserung der Mobilität konzentriert werden.

Durch den Erfolg der Region beim Bundeswettbewerb Mobilität fließen in den nächsten Jahren 20 Millionen Mark zusätzlich zur Verbesserung der Mobilität in die Region.

Mit dem Mobilist-Konzept der Region wollen wir verkehrsvermeidende, verkehrslenkende und Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen besser als in der Vergangenheit miteinander verknüpfen.

Strategien und Instrumente

Um die Mobilität nachhaltig zu sichern und ökologisch vertretbar zu gestalten, sind viele Maßnahmen erforderlich, die den ÖPNV tatsächlich und im Bewußtsein der Menschen verbessern. Bei Zielkonflikten zwischen IV und ÖV ist dem ÖV Vorrang einzuräumen.

Die Politik und die Verkehrsunternehmen müssen sich noch stärker auf die Mobilitätsbedürfnisse der Menschen einstellen. Von A wie Ampelbevorrechtigung für Busse und Bahnen, über B wie Busspuren bis Z wie Zuschüsse der Arbeitgeber zu den Nahverkehrskosten ihrer Mitarbeiter sind in der gesamten Region Maßnahmen für den Nahverkehr zu ergreifen. Busse und Bahnen müssen auch durch die Verkehrsordnungs- und –lenkungspolitik der Gemeinden bevorrechtigt werden. Dann werden sie schneller, attraktiver und kostengünstiger. Der Verkehr muß entsprechen gemanagt werden. Die Zahl der Parkplätze muß je nach ÖV Angebot begrenzt werden. Die Parkplätze -mit Ausnahme des Anwohnerparkens und der Park-und-ride-Parkplätze- sind mit Gebühren zu belegen. Parkgebühren sind auch zur Förderung des ÖV zu verwenden. Großflächige Kat- Gebote sind zu erlassen.

Vorhandene Nebenstrecken wollen wie erhalten und ausbauen, vorhandene stillgelegte Schienestränge wollen wir nach Möglichkeit wieder für den ÖV nutzen.

Die Takte der verschiedenen Verkehrsmittel sind vollständig zu vereinheitlichen. Alle wichtigen Anschlüsse sind technisch zu sichern. In größeren Gemeinden und bei allen Schienenverkehrsmitteln ist mindestens ein 30- Minuten-Takt anzubieten. Wer eine Zeitkarte des VVS kauft, muß z.B. auch automatisch das Angebot des Car-Sharings ohne zusätzliche Grundgebühren beanspruchen können.

Die Fahrplaninformatin des VVS muß in den Medien rund um die Uhr vorhanden sein. Eine weitgehend aufkommensneutrale Tarifvereinfachung sowie Anschlußtarife in den Kreis Göppingen und benachbarte Gebiete der Region müssen das gute Mobilitätsangebot abrunden.

Finanzierung

Der Nahverkehr muß für die Kunden sowie für Städte und Gemeinden bezahlbar bleiben. Deshalb sind Investitionshilfen nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz unabdingbar. Der Beschlußlage der Bundespartei entsprechend muß die Mineralölsteuer auch für den Nahverkehr zweckgebunden erhöht werden, um auch die steigenden Betriebskostendefizite ausgleichen zu können. Im Berufsverkehr ist der ÖV dem Auto gleichzustellen (Entfernungspauschale).

Schließlich müssen auch die Nahverkehrsunternehmen durch weitere Rationalisierungen und noch stärkere –Nutzung von Synergieeffekten durch vertiefte Kooperationen ihren Beitrag zu einem bezahlbaren ÖPNV leisten; insbesondere im ländlichen Bereich und in den Abend- und Nachtstunden sind weitgehend leere Busse durch flexible und bedarfsgerechte Angebote zu ersetzen, wobei das Fahrplanangebot aufrecht zu erhalten ist.

Claus Schmiedel, MdL
Fraktionsvorsitzender

Veröffentlicht in Anträge
am 01.01.1990 von SPD in der Region Stuttgart

Antrag der SPD-Regionalfraktion:

Internationale Sportakademie

Die Verwaltung wird beauftragt, ein Konzept für eine Internationale Sportakademie in der Region zu erarbeiten. Diese soll einem integrierenden Ansatz verpflichtet sein und damit sportartenübergreifende Themen aufgreifen. Die Veranstaltung hochkarätig besetzter Kongresse soll den Blickpunkt der sportinteressierten Weltöffentlichkeit auf die Region Stuttgart lenken. Die Internationale Sportakademie soll zugleich einen interdisziplinären Treffpunkt von Sport und Kultur sowie Sport und Wirtschaft bilden.

Für die Ausgestaltung der Internationalen Sportakademie, die in einem ansprechenden Anwesen untergebracht sein und neben der Geschäftsführung ein Sekretariat beschäftigen sollte, sind Mittel in der Höhe von 150.000 Euro einzustellen. Die Träger sollen je zu einem Drittel die Region, die Stadt und das Land sein.

Claus Schmiedel, MdL
Fraktionsvorsitzender

Veröffentlicht in Anträge
am 01.01.1990 von SPD in der Region Stuttgart

Antrag der SPD-Regionalfraktion Stuttgart
zur Behandlung in der 24. Sitzung der Regionalversammlung am 29.10.2003

Veranstaltungsreihe zur Zukunft der Bebauungspläne

Die Verwaltung wird beauftragt, eine Veranstaltungsreihe zum Thema „Haben die klassischen Bebauungspläne noch eine Zukunft?“ zum Zweck durchzuführen.

Begründung:

Ziel dieser Veranstaltungen soll sein, zum einen darzustellen, ob die derzeitig ausgewiesenen Bebauungspläne im Bereich Wohnbau dem Wandel in der Bevölkerungsstruktur noch Rechnung ragen, und zum anderen nachzufragen, ob die Bebauungspläne für das Gewerbe und die Industrie den heutigen Anforderungen aus der Wirtschaft, dem produzierenden Betrieben bzw. den Firmen im Dienstleistungsbereich, entsprechen.

Die Bevölkerungsstruktur verändert sich sowohl im Bereich der Altersstruktur als auch in den bevorzugten Wohnformen gegenüber Wohnformen gegenüber dem bisher Üblichen.

Die bisher ausgewiesenen Bebauungspläne in der Region gehen in den allerwenigsten Fällen auf diesen Wandel ein. Nach wie vor dominiert das klassische Einfamilienhaus bzw. das übliche Reihenhaus. Wohnformen für sog. „Singles“ oder für generationsübergreifendes Wohnen haben noch selten Aufnahme in die Bauleitplanung gefunden.

Gerade aber die generationsübergreifenden Wohnformen sollten künftig mehr Beachtung erhalten. Reine „Altengettos“ oder „Singleburgen“ sollten nicht die Zukunft unserer Siedlungen sein.

Sinnvoll ist es in diesem Zusammenhang, eine Bestandsaufnahme vorzunehmen, ob und wo es bereits beispielhafte Bauformen in der Region gibt. Auch sollten Kriterien entwickelt werden, nach denen vorbildhafte generationsübergreifende Bau- und Wohnformen bewertet, ausgezeichnet und öffentlich vorgestellt werden könnten.

Im Bereich der Gewerbe- und Industriebauflächen gilt es Vorstellungen zu entwickeln, die einerseits flexibel auf die Ansprüche der künftigen Nutzerinnen und Nutzer reagieren können, andererseits aber auch ökologischen und städtebaulichen Notwendigkeiten gerecht werden.

Claus Schmiedel, MdL Eberhard Berg und Fraktion
Fraktionsvorsitzender

Veröffentlicht in Anträge
am 01.01.1990 von SPD in der Region Stuttgart

06.11.01
Antrag der SPD-Regionalfraktion:
Kultur in der Region Stuttgart

Die Verwaltung wird beauftragt, Maßnahmen zu ergreifen, die das kulturelle Angebot der Region an Ereignissen, aber auch an schöpferischen Menschen transparent und leichter zugänglich macht.

Im Einzelnen schlagen wir vor

1. als wöchentliche Beilage zu „Sonntag Aktuell“ einen Kulturkalender herauszugeben, der kulturelle Ereignisse, wie Konzerte, Theater, Mundarttheater, Musicals, Vorträge, Lesungen etc. der folgenden zwei Wochen mit vollständiger Adresse des Veranstaltungsortes sowie ÖPNV-Verbindungen aufführt, und diesen Kulturkalender auf den Internetseiten der Region online anzubieten.

2. ein elektronisches Kulturhandbuch zu erstellen – analog dem Medienhandbuch „Kreativ-Katalog“ der Region, der bereits im 5. Jahrgang erschienen ist.

Dieser Katalog soll Namen und Adressen von Künstlerinnen und Künstlern aller Sparten, von Agenturen und Kulturinstitutionen auflisten.

Begründung:

Regionale Kulturpolitik leistet einen Beitrag zur Förderung der regionalen Identität. Sie ist ferner Motor zur Steigerung der Wertschöpfung in der Kulturwirtschaft der Region und fördert gleichzeitig die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Region Stuttgart nach außen.

Von der Sichtbarmachung und handhabbaren Aufbereitung des umfangreichen kulturellen Angebots in der Region sowohl an Ereignissen als auch an schöpferischen Menschen profitieren sowohl die Künstlerinnen und Künstler als auch die Veranstalter. Den Menschen in der Region eröffnet eine gut aufgemachte und praxisnahe Orientierung den Weg, von diesem kulturellen Angebot der gesamten Region besser zu profitieren.

Kosten für die vorgeschlagenen Maßnahmen können durch die Akquisition von Anzeigen begrenzt werden.

Claus Schmiedel, MdL
Fraktionsvorsitzender

Veröffentlicht in Anträge
am 01.01.1990 von SPD in der Region Stuttgart

Die Verwaltung wird beauftragt, ein Konzept zu erarbeiten, den Neckar als Erholungsraum mehr in den Vordergrund zu rücken und attraktiver zu gestalten. Dazu werden die entsprechende Infrastruktur, wie die Beschilderung des öffentlichen Raums mit Hinweisen auf Denkmäler und Wege sowie Möblierung der Uferpromenade notwendig sein. Die Stuttgart Regio Marketing wird beauftragt, im Rahmen ihres Haushalts zusammen mit den anliegenden Städten und Gemeinden jährlich ein Neckarfestival durchzuführen. Die Verwaltung wird beauftragt, die kulturhistorisch wertvollen industriellen Denkmäler aufzulisten, um eine Grundlage zu erstellen für die künftige Auslobung eines Wettbewerbs, der die besten Ideen im Zusammenhang mit der Nutzung von gegenwärtig ungenutzten Gebäuden am Neckar sowie Technikdenkmälern prämiert.

Begründung:

Bis heute spielt der die Region geographisch bestimmende Fluss als Erholungsraum und bei der Freizeitgestaltung nur eine untergeordnete Rolle. Dies liegt unter anderem auch daran, dass auf den Neckar als Erholungsraum in der Öffentlichkeit praktisch nicht hingewiesen wird und er im öffentlichen Leben der Region nicht präsent ist.

Claus Schmiedel, MdL
Fraktionsvorsitzender